News 2017

25.11.2017 - 11.02.2018 A Thousand Journeys - The Helen Read Collection

Helen Read hat seit etwa 30 Jahren eine bedeutende Sammlung indigener australischer Kunst unterschiedlicher Medien und regionaler Stile aufgebaut. Die Sammlung, die an das Flinders University Art Museum ausgeliehen ist, wird in der Flinders University City Gallery in Adelaide gezeigt. Diese Ausstellung reflektiert sowohl die Anfänge der Malbewegung, ihre Entwicklung zur zeitgenössischen Kunst als auch ihre gegenwärtige Rezeption.

15.06.2017 Schließung des Museum of Contemporary Aboriginal Art (AAMU) in Utrecht

Nach sechzehn Jahren einzigartiger Ausstellungen schließt das AAMU in Utrecht am 15. Juni 2017. Das ist ein Desaster, denn das AAMU ist das einzige Museum in Europa, das sich auf zeitgenössische indigene australische Kunst konzentriert. Leider läuft nun die private Finanzierung des Museums aus. Seit seiner Eröffnung am 3. März 2001 hat das AAMU jährlich zwei Ausstellungen organisiert und wesentlich dazu beigetragen, dass zeitgenössische indigene australische Kunst in Europa nicht mehr unbekannt ist. Der Kurator des Museums, Geoges Petitjean, ist einer der wenigen Kunsthistoriker in Europa, der verstanden hat, dass die indigene Kunst in den berechtigten Zusammenhang anderer zeitgenössischer Kunst - ob aus Europa oder Afrika - zu stellen ist. So präsentierte das Museum z. B. 2008 in der Ausstellung "Nomads in Art" ein Wechselspiel zwischen westlicher und nicht-westlicher Kunst. "Breaking with Tradition: CoBrA und Aboriginal Art" zeigte 2010 Werke von indigenen Künstlern wie Inyuwa Nampitjinpa und Paji Honeychild Yankarr zusammen mit Werken von Karel Appel, Constant und Corneille. In "Be My Guest" (2011) entschieden sich zehn niederländische Museumsfachleute, Künstler und Sammler für ein Stuuml;ck aus der AAMU-Sammlung. Dies fuuml;hrte zu uuml;berraschenden Paarungen von Werken von Sol LeWitt, Yael Bartana und Roy Villevoye mit der Kunst der indigenen Australier. (Siehe auch Meldung zu "Tracking Memories".)

13.05.2017 - 26.11.2017 Biennale Venedig

Der Australian Council for the Arts hat angekündigt, dass Tracey Moffatt den australischen Pavillon während der Biennale von Venedig bespielen wird. Die Künstlerin, 1960 geboren, schloss ihr Studium 1982 am Queensland Collge of Art ab. Sie arbeitet mit Film, Fotografie und Video, und thematisiert z.B. Auseinandersetzungen zwischen Individuen, Grausamkeiten, wie sie Kinder in den Vorstädten erleben, die subversiven Wirkungen von Stereotypien und die Beziehungen zwischen indigenen und nicht-indigenen Australiern. Die Künstlerische Leiterin der Biennale ist Christine Macel.
www.australiacouncil.gov.au/news/media-centre/media-releases/tracey-moffatt-to-represent-australia-at-the-2017-venice-biennale/

18.04.2017 - 25.06.2017 In the Saddle - On the Wall

Die Ausstellung in der City Gallery der Flinders University in Adelaide ist das Ergebnis eines einzigartigen Projekts, das zwischen 2009 und 2014 in Zusammenarbeit von fünf indigenen Kunstzentren in den Kimberley mit ABC Open Producers durchgeführt wurde. In dem Projekt wurde die Kunst und Erzählungen der Künstler über ihr Leben verbunden. Die Ausstellung präsentiert bedeutende Kunstwerke von einigen der berühmtesten indigenen Künstler im Kimberley neben kurzen digitalen Geschichten über ihr Leben. Durch diese historisch bedeutenden Erzählungen thematisiert die Ausstellung den Beitrag von Generationen indigener Menschen zur Landwirtschaft in der Region sowie die Widerstandsfähigkeit und Entschlossenheit dieser Menschen, ihre kulturellen Werte und Verbindungen zum Land aufrecht zu erhalten. "In the Saddle - On the Wall" erzählt einerseits durch die Stimmen der indigenen Australier die Geschicht des Lebens auf den Viehstationen und bespiegelt andererseits die Rolle der zeitgenössischen Kunst für die Garantie kultureller Widerstandsfähigkeit.
Kunstwerke folgender Künstler/innen sind zu sehen: Manmara Daisy Andrews, Gordon Barunga, Stan Brumby, Alan Griffiths, Peggy Griffiths, Mabel Juli, Minnie Lumai, Patrick Mung Mung, Peter Newry, Shirley Purdie, Rammey Ramsey, Mervyn Street und Freddie Timms.

31.03.2017 - 18.06.2017 Ausstellungsserie in Sydney

Unter dem Namen „The National: New Australian Art„ wird es auf Initiative der Art Gallery of New South Wales, von Carriageworks und dem Museum of Contemporary Art, alle Sydney, eine zweijährlich stattfinde Ausstellung geben, die ausschließlich australische Kunst, diese aber in ihrer gesamten Breite unter Einschluss von indigener Kunst zeigen wird. Der Start ist 2017, 2019 und 2021 folgen die weiteren Ausstellungen. 2017 werden Werke der folgenden Künstler in den drei Destinationen ausgestellt: Museum of Contemporary Art Australia: Erin Coates (Perth, Western Australia), Karen Mills (Darwin, Northern Territory), Ronnie van Hout (Melbourne, Victoria); Art Gallery of NSW: Taloi Havini (Melbourne, Victoria; Sydney, New South Wales; Bougainville and Buka), Tiger Yaltangki (Indulkana, South Australia) and Alex Martinis Roe (Berlin, Germany); Carriageworks: Archie Moore (Toowoomba, Queensland), Justene Williams (Western Sydney, New South Wales), Richard Lewer (Melbourne, Victoria).
https://www.mca.com.au/exhibition/national-2017/

23.02.2017 Zeichnungen von 24 Warlpiri in das Weltregister aufgenommen

Die UNESCO führt ein Weltregister mit Dokumenten, die von weltweiter Bedeutung und besonderem universalem Wert sind. In dieses "Memory of the World Register" wurden nun etwa 170 Zeichnungen von 24 Warlpiri aufgenommen, die zwischen 1953 und 1954 auf Veranlassung des Anthropologen Marvyn Meggitt entstanden.

17.02.2017 Essl-Sammlung als Dauerleihgabe im Albertina Museum Wien

Die Essl-Sammlung, die etwa 140 Werke indigener australischer Kunst enthält, den Focus aber auf österreichische Kunst nach 1945 setzt, geht für 27 Jahre bis 2044 als Dauerleihgabe an die Albertina in Wien und soll im Wiener Künstlerhaus gezeigt werden. Dort soll eine Teilfläche zu einem Zentrum österreichischer Nachkriegskunst gemacht werden. Noch ist nicht bekannt, ob die indigene Kunst der Sammlung im Depot verschwindet oder verkauft wird. Essl, der bis Mitte 2016 sein Privatmuseum in Klosterneuburg betrieb, besaß eine Baumarktkette, die 2015 Pleite ging. Ein geringer Teil der mehr als 6.000 Werke umfassenden Sammlung wurde verkauft, und Hans-Peter Haselsteiner, ein Industrieller im Baugewerbe, wurde mit 60 Prozent Anteilseigner an der Sammlung.

22.01.2017 - 15.06.2017 Tracking Memories

Die Ausstellung im Museum of Contemporary Aboriginal Art (AAMU) in Utrecht erforscht die kollektiven Erinnerungen, die Kultur und Geschichte eines Landes und seiner Menschen. Es werden Verbindungen zwischen den Werken von Künstlern aus drei Kontinenten - Australien, Europa und Afrika - gezogen. Wie stellen Künstler aus verschiedenen Ländern und Kontinenten das kollektive Gedächtnis dar? Wie nehmen sie die Komplexität der Geschichte wahr? "Tracking Memories" ist eine Reflexion über die Geschichte des Westens, die Kolonisation und ihren anhaltenden Einfluss auf die aktuelle Situation in Afrika, Australien und Europa. Wieder einmal zeigt das Museum, dass die indigene Kunst Australiens mit aller Berechtigung zur zeitgenössische (Welt-)Kunst gehört. (Siehe auch Meldung zur Schließung des AAMU.)

21.01.2017 - 18.06.2017 Ausstellung zu indigenen Landrechten

„Our Lands„ ist eine Ausstellung in der Art Gallery of New South Wales betitelt, die im kommenden Jahr das Thema der indigenen Landrechte in Australien aufgreift und durch die Auswahl der beteiligten Künstlerinnen und Künstler eine starke Position für Landrechte erwarten lässt. Die Arbeiten von Gordon Bennett, Daniel Boyd, Brenda L. Croft, Destiny Deacon, Gordon Hookey und Djambawa Marawili sind Teil der Sammlung der AG NSW.
https://www.artgallery.nsw.gov.au/exhibitions/our-lands/

16.12.2016 - 17.04.2017 Who’s Afraid of Colour?

Diese Ausstellung im Ian Potter Centre der National Gallery of Victoria in Melbourne zeigt Arbeiten indigener Künstlerinnen, die eher unkonventionelle Wege bei der Erforschung der Farbe und der Darstellung von Identitäät gehen. Bilder, die die Poetik der Trauer beschwören wechseln mit solchen überschäumender Freude ab. Fotografien dokumentieren die Diskriminierung der indigenen Bevölkerung und den institutionalisierten Rassismus in Australien. Die Ausstellung widmet sich Exponaten großer Künstlerinnen wie Julie Gough, Destiny Deacon, Emily Kam Kngwarray, Bindi Cole Chocka, Queenie McKenzie, Nonggirrnga Marawili, Samantha Hobson, Claudia Moodoonuthi und Lisa Michl, die bisher noch nie zusammen gezeigt wurden.

12.11.2016 - 29.01.2017 „Art from Milingimbi. Taking Memories Back‟

Noch bis zum 19. Januar 2017 zeigt die Art Gallery of New South Wales eine Ausstellung mit Rindenmalerei von Künstlern aus Milingimbi in Arnhem Land. Viele der Exponate stammen aus den 1950er Jahren und sind Teil der eigenen Sammlung.
https://www.artgallery.nsw.gov.au/exhibitions/milingimbi

05.08.2016 - Mai 2017 Ausstellung in Japan

In vier japanischen Städten (Tokyo, Kushiro, Osaka und Kagawa) wird eine Ausstellung gezeigt, die den Titel „One Road: Aboriginal Art from Australia's Deserts‟ trägt. Die Ausstellung mit mehr als 30 Werken, u.a. von Rover Thomas, Jan Billycan, Elizabeth Nyumi, Eubena (Yupinya) Nampitjin und Helicopter Tjungurrayi, basiert auf der Ausstellung „Yiwarra Kuju: The Canning Stock Route‟, die von 2010 bis 2013 durch Australien tourte und vom National Museum of Australia in Canberra kuratiert worden war. One Road: Aboriginal Art from Australia's Deserts erzählt von den ersten Kontakten zwischen indigenen und nicht-indigenen Menschen und erkundet die Veränderungen, die ein früheres Leben als Jäger und Sammler und das heutige eines international angesehenen Künstlers ausmachen.
www.nma.gov.au/exhibitions/one_road